Langfristige Motivation im Fußball – so bleibst du am Ball!

Ein Gastbeitrag unseres Experten Patrick Thiele zum Thema Motivation im Fußball.

“Wie bleibe ich langfristig motiviert?” – Das ist wahrscheinlich eine der Fragen, die bei Google im Bereich Training und Zielerreichung am Häufigsten gestellt werden.

Aber warum?

Weil langfristige Motivation so schwer ist? Weil nicht Jeder langfristig motiviert sein kann?

Nein.

Weil wir häufig den falschen Ansatz für unsere Ziele wählen und nicht genau wissen, wie Motivation im Fußball wirklich funktioniert.

Also lass uns gemeinsam schauen, was du wirklich tun kannst, um im Fußball und im Training langfristig motiviert zu sein.

Musst du immer top motiviert sein?

Bevor wir aber damit starten, kannst du dich direkt von einem Glaubenssatz verabschieden: “Ich muss immer topmotiviert sein!”

Nein, musst du nicht.

Motivation kommt und geht und selbst die besten Spieler der Welt sind nicht jeden Tag topmotiviert. Sie haben nur gelernt, auch an Tagen, an denen ihre Motivation nicht so stark ist, keine Ausreden zuzulassen und dennoch zu trainieren.

Genau das ist der Unterschied:

Häufig nutzen wir unsere Motivationslosigkeit als Ausrede.

Doch mit den richtigen Zielen, Techniken und der nötigen mentalen Stärke kannst du auch ohne viel Motivation dein Ding durchziehen.

Tipp 1 für Motivation im Fußball: Setze dir Zwischenziele

Fangen wir bei deinen Zielen an. Warum spielst du überhaupt Fußball? Was willst du erreichen?

Wahrscheinlich kannst du diese Fragen noch relativ schnell beantworten, weil du sie dir nicht zum ersten Mal stellst.

Wie setzt du dir Zwischenziele?

Aber wie sieht es mit Zwischenzielen aus? Was ist mit monatlichen, wöchentlichen und täglichen Zielen? Was ist mit Zielen abseits von Toren, Punkten und Titeln?

Motivation lebt von deinem “Warum”, dem Grund oder der großen Vision, weshalb du überhaupt spielst und erfolgreich sein willst. Doch du musst diese Motivation immer wieder mit kleinen Zielen füttern.

Es reicht nicht aus zu sagen: “Ich will Profifußballer werden!” oder “Ich will dieses Jahr Torschützenkönig werden!”

Du musst wissen, wie du diese Ziele konkret erreichen kannst und dir immer wieder kleine Zwischenziele setzen, um sicherzugehen, dass du vorwärts kommst.

Zwischenziele am Beispiel erklärt

Im Beispiel des Torschützenkönigs könnte das so aussehen:

Du nimmst dir also dein großes Ziel vor und überlegst dir dann ganz genau:

Was muss ich jeden Tag / jede Woche / in jedem Spiel / in jedem Training tun, um dieses große Ziel zu erreichen?

So kannst du dir jedes noch so große Ziel in kleine Teilschritte zerlegen und fast täglich kleine Ziele erreichen. Denn genau das ist der positive Effekt der kleinen Ziele.

Schritt für Schritt zum großen Ziel

Jedes Mal, wenn du eines dieser Ziele erreicht hast, hast du einen Schritt nach vorn gemacht und das fühlt sich gut an. Jedes erreichte Ziel, auch wenn es noch so klein ist, ist ein Erfolg und motiviert dich.

Es ist also auch wichtig, immer wieder zu erkennen, dass es diese kleinen Erfolge gibt.

Mein Tipp: Führe ein Erfolgstagebuch. In dem Tagebuch beantwortest du dir jeden Tag nur zwei, einfache Fragen:

Welche drei Erfolge habe ich heute gefeiert beziehungsweise was waren drei Dinge, die ich heute richtig gut gemacht habe? Was kann ich morgen noch besser machen? 

Damit steigt nicht nur deine Motivation, sondern nachweislich auch deine Konzentration und dein Selbstvertrauen – wie Gehirnforscher Ian Robertson nachgewiesen hat.

Tipp 2 für Motivation im Fußball: Setze dir Handlungsziele

Es geht aber noch weiter.

Neben dem Setzen von Zwischenzielen solltest du auch darauf achten, dass deine Ziele nicht nur auf Ergebnisse im Spiel ausgelegt sind. Den Ausgang eines Spiels und den Verlauf einer Saison kannst du nie zu 100% selbst kontrollieren.

Es kann also passieren, dass deine Ziele plötzlich verschwinden, weil Spiele abgesagt werden, dein Trainer dich auf die Bank setzt oder du aufgrund einer Verletzung nicht spielen kannst. Was dann?

Handlungsziele am Beispiel erklärt

Viele Spieler verlieren genau an dieser Stelle ihre Motivation, weil sie nicht darauf vorbereitet waren.

Du kannst das jedoch ganz einfach vermeiden, indem du neben deinen Ergebniszielen auch Leistungs- und Handlungsziele aufstellst.

Letztere hast du selbst unter Kontrolle und bist damit unabhängig von äußeren Faktoren. Hier ein kleines Beispiel:

Wie setzt du dir Handlungsziele?

Ergebnisziele beziehen sich also konkret auf deine Spiele. Leistungs- und Handlungsziele sind unabhängig von deinen Spieleinsätzen und machen dich grundlegend zu einem besseren Spieler.

Die Handlungsziele ergeben sich dabei automatisch aus den Leistungszielen.

Wenn du weißt, welche Leistung du verbessern willst, dann ergibt sich daraus direkt eine konkrete Handlung für deinen Trainingsplan.

In deiner Zielsetzung sollten immer alle drei Zieltypen vorhanden sein. So hast du auch bei Spielverschiebungen, Absagen oder ähnlichem weiterhin Ziele, auf die du dich konzentrieren kannst und die dich motivieren.

Zielsetzung: Realistisch oder unrealistisch?

Der letzte, wichtige Punkt ist die regelmäßige Anpassung deiner Ziele. Denn was bringt es dir, wenn du dir ein Ziel setzt und krampfhaft daran festhälst, obwohl dieses Ziel nicht mehr realistisch ist.

Schauen wir uns dafür nochmal das erste Beispiel an. Ziel war es hier, am Ende der Saison 30 Tore erzielt zu haben.

Wie das Leben aber manchmal so spielt, hast du dich in der Hinrunde verletzt, hast dadurch einige Spiele verpasst und warst erst zum Ende der Halbserie wieder fit.

Ergebnis: Nach der Hälfte aller Spiele hast du 5 Tore erzielt.

Viele Spieler machen jetzt den Fehler, dass sie weiterhin an ihren ursprünglichen Zielen festhalten und nichts verändern.

Aber ist es realistisch, plötzlich in der Rückrunde 25 Tore zu erzielen? Wahrscheinlich nicht. Was wiederum dazu führt, dass du am Ende der Saison unzufrieden und frustriert bist, weil du dein Ziel nicht erreicht hast.

Viel sinnvoller wäre es doch jetzt, dein Ziel neu anzupassen:

Statt 30 Toren liegt dein neues Ziel jetzt vielleicht nur noch bei 15 Toren.

Das klingt zwar erstmal so als würdest du deine Ziele zurückschrauben, doch langfristig wirst du so viel erfolgreicher und motivierter sein.

Wenn du immer nur Ziele verfolgst, die so groß sind, dass du sie nie erreichst, wirst du früher oder später deine Motivation verlieren.

Meine Tipps für den schnellen Motivationskick

Wie anfangs erwähnt, wird es immer Momente geben, in denen du trotz passender Zielsetzung und guter Aufteilung deiner Ziele nicht so viel Motivation verspüren wirst.

Deshalb abschließend noch zwei Tipps, um deine Motivation im Fußball jederzeit kurzfristig zu steigern:

Musik und Bewegung

Kopfhörer aufsetzen, Lieblingsmusik einschalten und durch die Wohnung tanzen. Veranstalte einfach eine kurze Home-Party nur für dich und du wirst merken, wie deine Energie und Motivation wieder auf ein ganz anderes Level steigen.

Alternativ kannst du dir auch einfach ein Motivationsvideo deines Lieblingsspielers bei YouTube anschauen.

Visualisiere dein Ziel

Schließ deine Augen, mach dir nochmal kurz bewusst, warum du deine Ziele unbedingt erreichen willst und dann stell dir vor, wie gut es sich anfühlt, wenn du dein Ziel erreicht hast.

Dein Gehirn kann nicht unterscheiden, ob du dir diesen Zustand jetzt gerade nur vorstellst oder ob es wirklich passiert.

Das Ergebnis: Deine Motivation im Fußball und deine Energie kehren zurück.

Das bedeutet also für dich:

Egal ob kurzfristig oder langfristig, Motivation ist nichts, was einfach passiert, sondern ein Zustand, für den du immer wieder selbst sorgen kannst. 

Über den Autor

Motivation im Fußball erklärt von Patrick Thiele

Patrick Thiele arbeitet als Mentaltrainer mit Profisportlern und Teams zusammen.

Zu seinen Kunden gehören dabei unter anderem Olympiasieger, Weltmeister und Deutsche Meister.

Mit der Kombination aus 25 Jahren Erfahrung im Sport und über 5 Jahren persönlicher Weiterbildung in den Bereichen Mentaltraining, Potentialentwicklung, Stressmanagement und Biohacking liefert Patrick das optimale Gesamtpaket für maximale Leistungsfähigkeit auf mentaler Ebene.

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