Verletzungen der Achillessehne

Der Peitschenknall der Achillessehne

Wenn es sich anfühlt, als würde dich dein Gegenspieler von hinten niedertreten und es sich gleichzeitig anhört, als würde er mit einer Peitsche nach dir schlagen, dann ist es passiert: Du hast dir die Achillessehne gerissen.

Was dann folgt ist oft eine monatelange Leidenszeit, deren exakte Dauer tatsächlich gar nicht genau bestimmt werden kann. 

Fin Bartels vom SV Werder Bremen kann davon ein Lied singen.

Im Dezember 2017 zog sich der Bundesliga-Profi einen Abriss der Achillessehne zu. Über 8 Monate später konnte er jetzt eine erste Trainingseinheit absolvieren.

Zuerst einige Fakten über die stärkste Sehne unseres Körpers:

In der griechischen Mythologie ist der Held Achilles lediglich an seiner Ferse, der danach benannten Achillesferse verwundbar.

Heute wird der Begriff weitaus häufiger als Metapher für eine verwundbare Stelle benutzt – um auf unsere Sportart den Fußball zu kommen – ist die Achillesferse wohl eher das Knie oder die Oberschenkelrückseite.

Dennoch kann auch die Achillessehne, deren Namensgebung dieser Sage entspringt, zu einem echten Problem für einen Spieler werden.

Die Achillessehne ist mit ca. 25 cm Länge (und einem mittleren Querschnitt von rund 80 mm²) die dickste und stärkste Sehne unseres Körpers. Sie zieht sich vom Fersenbein bis in die Wadenmuskulatur, also den Schollenmuskel sowie den zweiköpfigen Zwillingsmuskel und besteht aus kollagenfaserigem Bindegewebe.

Die Aufgabe der Sehne besteht vor allem in der Kraftübertragung von Wadenmuskulatur auf die Ferse und den Fuß. Durch ihre Funktion (Beugung des Fußes sowie Speicherung von kinematischer Energie) ist die Achillessehne beim Laufen und Springen beteiligt. Sie ist daher für Fußballer von hoher Bedeutung, da die Sehne durch diese fußballspezifischen Bewegungsmuster großen Belastungen ausgesetzt wird.

Eine gesunde Achillessehne kann sehr hohen Belastungen von ca. 10.000 N standhalten und besitzt eine Dehnfähigkeit von ca. 4 %. Trotzdem betreffen rund 7- 10 % aller Verletzungen diesen Bereich.

Die genaue Ursache für einen Riss der Achillessehne ist noch nicht eindeutig geklärt, vielmehr gibt es verschiedene, begünstigende intrinsische Faktoren wie z.B. eine Wadenmuskulatur mit dauerhaft zu hohem Tonus, Sprunggelenksinstabilitäten und Abweichungen in der Fuß- bzw. Becken-Bein-Achse wie z.B. einen Senk-Spreiz-Fuß.

Achillessehnenreizung

Achillessehnenreizung

Auch äußere Bedingungen, wie das falsche Schuhwerk oder trainingsbedingte Überlastungen, können zu einer Verletzung führen.

Daher solltest du auf eine ausreichende Gelenkmobilisation, sowie eine gute Sensomotorik achten.

Kontrolliere dein Schuhwerk und achte auf deine Füße. Hier können Experten wie eine Schuhberatung oder ein Podologe hilfreich sein.

Weiter solltest du die Mobilisierung sowie die Tonus-Regulierung der Wadenmuskulatur zu einer täglichen Routine machen. Hier helfen Übungen mit der Faszienrolle oder entsprechende Dehnübungen, insbesondere aber exzentrisches Krafttraining.

Auch in unserem Soccer-Athletic-Guide finden sich zahlreiche Drills, mit denen sich präventive Maßnahmen gegen einen drohenden Abriss der Achillessehne treffen lassen.

In der „Größten Fussballmannschaft der Welt“ – der Soccer-Fit-You Community auf Facebook – hast du jederzeit die Möglichkeit, Fragen rund um deine Beschwerden an unsere Experten zu richten. Werde ein Teil unseres Teams, in dem bereits über 5.0000 Athleten aus ganz Europa vertreten sind.

CHANGE YOUR GAME. NOW.

Dein Team von Soccer-Fit-You

Snus – die „Lieblingsdroge“ der Fußballspieler

Snus – Leistungssteigerung durch Nikotin

Letzte Woche Zigaretten, diese Woche Snus. Der Wirkstoff bleibt jedoch der selbe, in beiden Fällen ist es Nikotin.

Bereits im letzten BLOG-Artikel haben wir euch erklärt, wie und warum man durch die Zufuhr von Nikotin eine Leistungssteigerung erreichen kann.

 

Mehr zum Thema Leistungssteigerung findest du in derGrößten Fußballmannschaft der Welt(der Soccer-Fit-You Community auf Facebook) oder in unserem exklusiven Trainingsprogramm.

Doch zurück zum Thema. „Die Zeit“ hat in mehreren Artikeln diesbezüglich vor kurzem bereits sehr dramatisch über die „Droge“ Snus berichtet – und unter anderem folgendes Statement eines „anonymen“ Regionalligaspielers veröffentlicht:

„Ich habe mir das vorm Training reingefetzt. Mein Zahnfleisch hat wie Hölle gebrannt. Schon beim Schuheanziehen in der Kabine habe ich gezittert. Beim Aufwärmen war mir dann richtig schlecht, ich dachte, ich muss kotzen. Ich hatte Schweißausbrüche. Der Überlebenskampf war aktiviert. Als der aber vorbei war, habe ich richtig heftig gespielt“.

Der Überlebenskampf war also aktiviert, aber er hat dann richtig heftig gespielt. Okay.

Erste Variante:

„Reingefetzt. Heftig gespielt.“ Sollte der Spieler tatsächlich existieren, ist er zum einen nicht die hellste Birne im Leuchter und zum anderen sollte er sich gründlich mit dem Thema „Wie dosiere ich Nikotin zur Leistungssteigerung“ auseinander setzen.

 

Zweite Variante:

Das Statement ist frei erfunden und ein Nichtraucher in der Redaktion durfte sein erstes Nikotinerlebnis in eine „spannende Fußballgeschichte“ umdichten – bei der gleichzeitigen Annahme, der durchschnittliche Fußballspieler besäße die Verbalerotik eines betrunkenen Primaten.

 

So oder so soll unser Artikel weder dazu animieren Snus zur Leistungssteigerung einzusetzen, noch Nikotin als „Lieblingsdroge der Fußballspieler“ glorifizieren.

 

Wir wollen euch bezüglich des Umgangs mit Suchtmitteln sensibilisieren, das ist Alles. Und das nicht mit Clickbait ala „Snus ist die Lieblingsdroge der Fußballspieler“ oder ähnlich unsinnigen Vergleichen.

Wer seine Informationen zu Themen wie Ernährung oder Suchtmitteln aus der Boulevardpresse bezieht, wird sich oft mit schier unfassbaren „Fakten“ konfrontiert sehen (siehe dieser Fokus-Artikel über Kalorien).

 

Bei Snus wird von einer „Lieblingsdroge“ gesprochen, gleichzeitig wird quer durch alle Medien mit Alkohol und Zigaretten legal geworben.

In einer durchschnittlichen Portion Snus ist in etwa genau soviel Nikotin enthalten wie in einer Zigarette. Dein Körper reagiert auf das Nikotin – mehr ist es nicht.

 

Weisst du, wie viele Menschen jedes Jahr deutschlandweit durch den Konsum von illegalen Betäubungsmitteln sterben? Genau 1272 Menschen im Jahr 2017.

Weisst du, wie viele Menschen aufgrund der Spätfolgen von Alkohol und Nikotin ihr Leben lassen? 100.000- 200.000 Personen, die genauen Zahlen lassen sich dazu immer schwer ermitteln!

 

Empfehlen wir dir jetzt tendenziell eher den Griff zum Heroin als zu einer Flasche Bier? Nein.

 

Aber vielleicht sollten wir uns alle einmal mehr damit auseinander setzen, wie sich unser Konsum von legalen Betäubungsmittel tatsächlich auf unsere Lebenserwartung und unser Wohlbefinden auswirkt.

 

Solltest du das Rauchen aufhören – unbedingt, dass rettet dir 10 Jahre deiner effektiven Lebenserwartung.

Solltest du das snusen aufhören – würden wir dir empfehlen. Die Studienlage ist nicht eindeutig, aber wenn dir schon einmal die braune Siffe in den Magen gelaufen ist (oder du aus dem Mund riechst wie ein alter Mann), dann kannst du dir die Frage selber beantworten, ob es eine gute Idee ist, sich dieses Zeug unter die Lippe zu schieben.

Solltest du damit beginnen zu snusen, um deine Leistungsfähigkeit zu steigern und auch „richtig heftig spielen“ zu können – eher nicht. Wenn du noch keine Affinität für Koffein entwickelt hast, kannst du vergleichbare Effekte auch mit einem Energy-Drink oder einem starken Kaffee erzielen.

Nichts ist Gift – erst die Dosis macht es dazu. Wir stellen uns nicht mit erhobenem Zeigefinger hin und sagen „Trinke nie wieder einen Schluck Alkohol“. Wenn du dir aber jedes Wochenende mit Ansage die Lichter ausknipst und mehr rauchst als der Marlboro Mann, dann werden dir vielleicht auch einmal die vermeintlich „legalen“ Betäubungsmittel zum Verhängnis.

 

Unser Tipp: Wenn du dich scheiße fühlst, dann hör auf Scheiße in dich hinein zu stopfen.

 

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Dein Team von Soccer-Fit-You

 

 

Kreuzbandriss – OP oder konservative Behandlung?

Ist eine konservative Behandlung eines Kreuzbandrisses sinnvoll?

Ein Kreuzbandriss (ACL, Kreuzband-Ruptur) ist nun wirklich der Super-Gau für einen Fußballer – aber ist eine konservative Behandlung tatsächlich zielführend? Wir haben uns nicht umsonst bereits mehrfach mit diesem Verletzungsbild beschäftigt und zusammen mit COROX einen Road-to-Recovery-Guide entwickelt.

Wir haben euch auch viele Tipps für eine Prävention vorgestellt – doch wie sieht eigentlich das Vorgehen aus, wenn es dann doch zu einer Verletzung kommt? Muss es immer gleich eine Operation sein?

Immer wieder bekommen wir die Frage gestellt, ob eine OP sinnvoll ist oder auch eine konservative Behandlung Erfolg versprechen könnte. Wir sind weder Ärzte, noch können wir eine allgemein gültige Antwort liefern, da jeder Spieler und jede Verletzung individuell betrachtet werden muss. Aber vielleicht können wir dir mit diesem Beitrag hilfreiche Informationen liefern, die dir bei deiner Entscheidungen – OP oder konservative Behandlung – behilflich sein können.

Es gibt durchaus Beispiele für konservative Behandlungsmethoden aus der Bundesliga.

Als sich Patrick Hermann von Borussia Mönchengladbach einen Riss des hinteren Kreuzbandes zugezogen hattte, äußerte sich Dr. Stumpenhausen, selbst jahrelang Leitender Oberarzt des St. Joseph Krankenhauses in Berlin und Mannschaftsarzt eines Regionalligisten:

„Bei einem Riss des hinteren Kreuzbandes stehen die Erfolgschancen bei konservativer Behandlung durchaus gut. Bei erfolgreicher Reha sollte das Knie nach rund sechs Wochen wieder klinisch stabil sein“. [1]

Auch Andi Beck vom VFB Stuttgart erlitt Mitte dieses Jahres eine Kreuzbandverletzung, die konservativ behandelt wurde.[2]

Bedenkt man, dass ein Spieler nach einer Operation der hinteren Kreuzbandes im Durchschnitt rund neun Monate ausfällt, scheint ein stabiles Knie nach sechs Wochen durch eine konservative Behandlung eine vielversprechende Methode zu sein. Doch wie läuft eine konservative Behandlung eigentlich ab und wann solltest du dich dafür entscheiden?

Wie bei jeder Verletzung, geht es zunächst um eine Schmerzlinderung. Im Anschluss wird bei einer konservativen Behandlungsmethode auf eine künstliche Wiederherstellung des Kreuzbandes zur vollständigen Kniestabilität verzichtet und über ein entsprechendes Reha-Training wieder eine muskuläre Stabilität, sowie die Kraftentfaltung und Koordination des Kniegelenks aufgebaut.

Gerade bei Amateur-Spielern, die ihre Karriere auf gleichem Niveau fortführen möchten und sich dadurch willentlich weniger sportlicher Belastung aussetzen – bei gleichzeitiger geringer Belastung im Arbeitsalltag – kann eine konservative Behandlungsmethode viele Vorteile gegenüber einem mehr oder weniger schweren operativen Eingriff haben.

Auch wenn mittlerweile fast 90 % aller Operation erfolgreich verlaufen und viele Spieler wieder im Bereich der Kniestabilität nahezu uneingeschränkt leistungsfähig sind, birgt eine Operation doch immer ein Restrisiko. Weiter kommt es bei nach einer OP zu einer sehr langen Wiederherstellungsphase sowie, je nach Operationstechnik und Ersatzmaterial, zu postoperativen Schmerzen hinter der Kniescheibe oder einem Streckdefizit.

Bei jungen Spieler, Fußballprofis sowie sehr aktiven Personen, hilft eine Rekonstruktion des Kreuzbandes allerdings dabei das Kniegelenk wieder vollumfänglich zu stabilisieren und eine vollständige Leistungsfähigkeit, sowie eine Prävention von Folgeschäden wie Knorpel- und Meniskusschäden, zu vermeiden.

Eine Verletzung des Kreuzbandes ist in jedem Fall eine folgenschwere Verletzung, die je nach Verletzungsgrad, Anforderungsprofil, Leistungsniveau und Zielstellung individuell nachbehandelt werden muss.

Im allerbesten Fall kommt es also gar nicht erst zu einer Verletzung. Und hier wollen wir dich unterstützen. Mit Hilfe unserer Guides und Beiträge, wollen wir einen aktiven Beitrag zur Prävention von Verletzungen im Fußball beitragen. Du hast Wünsche, Anregungen oder Fragen zu verschiedenen Themen – dann melde dich einfach bei uns.

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Dein Athletic-Coach Jesper

Dein Team von Soccer-Fit-You und SoccAthletix – spielend fit werden

 

[1] https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-moenchengladbach/article147476878/Warum-spielte-Herrmann-wochenlang-mit-Kreuzbandriss.html

[2] https://rp-online.de/sport/fussball/vfb-stuttgart/vfb-stuttgart-andreas-beck-faellt-mit-kreuzband-teilriss-aus_aid-16831789

Nikotin zur Leistungssteigerung?

Nikotin und Fußball – Wie wirkt sich die Zigarette vor dem Sport auf dein Spiel aus?

Jeder hat diesen Mitspieler: Fünf Minuten vor dem Training oder dem Treffpunkt vor dem Ligaspiel noch schnell eine letzte Zigarette – die nächste dann aber gleich noch vor dem Duschen.

Tatsächlich wirken sich diese 6-12 mg Nikotin (je nach Zigarette) vor der körperlichen Belastung positiv auf deine Leistungsfähigkeit aus. Aber warum ist das so und ist das schon die ganze Wahrheit?

 

Was ist Nikotin eigentlich wirklich?

Die Tabakpflanze erzeugt das Nikotin in ihren Wurzeln und lässt diesen Stoff in die Blätter wandern. Dort dient es der Abwehr von Fressfeinden, da es eine stark insektizide Wirkung hat.

Führt man das Nikotin über eine Zigarette zu, erreicht es innerhalb von etwa 10 Sekunden unser Gehirn. Dies hat eine Ausschüttung von Dopamin zur Folge – unser Glückshormon.

 

Sobald das Nikotin in unseren Blutkreislauf gelangt, werden zusätzlich das Stresshormon Adrenalin und Serotonin ausgeschüttet – die Herzfrequenz wird gesteigert, die Blutgefäße verengen sich und der Blutdruck steigt an.

Der Körper läuft jetzt auf Hochtouren – er verfügt über eine verbesserte Konzentrationsbereitschaft und eine erhöhte Reaktionsschnelligkeit – doch das ist nur die halbe Wahrheit!

 

Eine Gabe von isoliertem Nikotin hätte tatsächlich diese leistungssteigernden Faktoren zur Folge. Das Rauchen einer Zigarette vor einer körperlichen Belastung, hat jedoch deutlich mehr leistungsreduzierende als leistungssteigernde Faktoren.

 

Wie die Zigarette eure Leistung ruiniert!

Durch das Inhalieren das Zigarettenrauches wird ebenfalls Kohlenmonoxid aufgenommen. Das Kohlenmonoxid bindet das Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff – es wird quasi in Manndeckung genommen.

Dadurch kann der Körper weniger Sauerstoff aufnehmen, die Durchblutung der Herzkranzgefäße verschlechtert sich ebenfalls. Diese beiden Faktoren haben bereites eine massive Leistungseinbuße zur Folge.

 

Gleichzeitig werden dem Körper knapp 5000 Chemikalien verabreicht, circa 100 davon sind nachweislich krebserregend. Man geht davon aus, dass ein Raucher statistisch 10 Jahre seiner tatsächlichen Lebenserwartung „in Rauch aufgehen“ lässt – er stirbt also im Durchschnitt zehn Jahre früher.

 

Der Griff zur Zigarette reduziert also nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern kostet zehn Jahre Lebenserwartung.

„Sportler ist wer raucht und trinkt und trotzdem seine Leistung bringt“.

Schlechter kann man es eigentlich nicht zusammenfassen. Traurigerweise wird der Raucher nie wirklich wissen, wo die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit tatsächlich liegen – aber er kann sich zumindest immer hinter einer Ausrede verstecken.

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Euer Team von Soccer-Fit-You